Architektur und Bauweise der Burg Nové Hrady

Ursprünglich gehörte Nové Hrady zu den Burgen des Typs Bergfried. Ihr Grundriss wurde am Anfang wahrscheinlich durch die Existenz von zwei Toren beeinflusst. Zu dieser Zeit war die Burg durch einen breiten Wassergraben und eine Begrenzungsmauer gut geschützt. Deren Mauerwerk ist mit Ausnahme der Ostseite in der äußeren Begrenzungsmauer des Schlosses erhalten geblieben ist. Vor der Mauer war wahrscheinlich schon damals eine kleine Wassergrabenwand. Der kleinste Turm des hinteren Tors gehört ebenfalls zur ältesten Bauphase.

Das dominierende Merkmal der Burg war ein runder Bergfried, der mit der Begrenzungsmauer verbunden war. Er wurde 1573 durch eine Schießpulver-Explosion zerstört. Erst entdeckt man seine Überreste während archäologischer Forschungen. Südlich des Turms stand der älteste Palast entlang der Mauer.

Die Westseite zwischen den beiden Toren wird von einem langen Gebäude gesäumt. Größere Veränderungen in der Form der Burg ergaben sich durch umfangreiche Rekonstruktionen im letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts. Daneben wurde die Burg von einer neuen Begrenzungsmauer mit kleinen, nach innen offenen halbkreisförmigen Bastionen umgeben. Die Sicherheit des hinteren Tors wurde durch ein neues vorderes Tor gewährleistet. Das ursprüngliche Eingangstor wurde durch einen massiven quadratischen Torturm ersetzt, der wahrscheinlich irgendwann in den ersten zwei Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts errichtet wurde.

Das bedeutendste Element des Wiederaufbaus war der neue Palast, dessen Renaissancefenster zu den ältesten ihrer Art in der Tschechischen Republik gehören. Die neue Festung war damals modern, aber ihre Sicherheit war durch relativ schwache Mauern begrenzt.

Die Restaurierung der durch die Explosion zerstörten Burg begann erst 1605. Während dieser Zeit wurde der Wassergraben ummauert und vielleicht sogar verbreitert. Mit einer Tiefe von fünfzehn Metern und einer Breite von 23 Metern ist er einer der größten Wassergräben in der Tschechischen Republik.

Das bis heute erhaltene Erscheinungsbild der Gebäude ist das Ergebnis eines Umbaus, der 1792–1798 von Jan Nepomuk Buquoy durchgeführt wurde, der den Eingangsturm errichten und den Palast in Bürowohnungen umbauen ließ.