Geschichte von Hrad Nové Hrady

Im Laufe der Jahrhunderte hatte Hrad Nové Hrady viele Besitzer aus unterschiedlichen Adelsgeschlechtern. In der folgenden Übersicht werden nur einige berücksichtigt, die einen größeren Einfluss auf den Werdegang der Burg hatten.

13. Jahrhundert: Gründung der Burg Nové Hrady

Archäologischen Funden nach zu urteilen wurde die gotische Burg Nové Hrady um die Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut. Die Historiker sind uneins darüber, ob die Familie Kostka von Postupitz oder Vítkovec Ojíř ze Svin die Burg errichten ließ. Bei ihrer urkundlichen Erstnennung im Jahr 1279 wurde der Witigone als Besitzer erwähnt. Dessen Vater war Vítek von Klokot, Begründer der Linie von Wittingau. Danach gehörte die Burg anderen Herren aus dem Adelsgeschlecht der Vítkovci.

14. und 15. Jahrhundert: Hrad Nové Hrady als umkämpfter Militärstützpunkt

Anfang des 14. Jahrhunderts ging die Burg Gratzen in den Besitz der Herren von Landštejn über. 1358 kauften die Rožmberks das herrschaftliche Anwesen. Von den vier Brüdern hielt sich nur Ulrich von Rosenberg länger auf der Burg auf.

Die Rosenberger waren später in die Hussitenkriege verwickelt, und die Burg bildete als wichtiger Militärstützpunkt ein umkämpftes Angriffsziel. Im Jahre 1423 wurde die Stadt Nové Hrady zum ersten Mal erfolglos angegriffen. Beim zweiten Versuch im Jahr 1425 wurde die Burg und auch die umliegende Stadt von den Hussiten unter Jan Hvězda z Vícemilic erobert und niedergebrannt.

1467 kam es erneut zu Brandschatzungen, dieses Mal durch die Truppen Zdenkos von Sternberg, sodass die jeweiligen Herrschaften oft Reparaturen an der Anlage vornehmen lassen mussten.

16. Jahrhundert: Abrissreif und Neuaufbau

Im 16. Jahrhundert wurde die Burg zweimal schwer beschädigt. Zuerst durch einen Blitzschlag im Jahr 1573, welcher eine Verpuffung des im Turm gelagerten Schießpulvers auslöste. Durch die Explosion wurden der Bergfried und weitere benachbarte Gebäude zerstört. Schließlich folgte 1590 ein relativ starkes Erdbeben, nach dem man sogar einen Abriss der Anlage in Erwägung zog. Die Alte Burg befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem schlechten Zustand. Dennoch entschloss man sich, nur den zerstörten Bergfried und einen angrenzenden Palast abzureißen. Die übrigen Teile der Anlage wurden nach den Entwürfen des italienischen Architekten Antonio Canevalle repariert und umgebaut.

17. und 18. Jahrhundert: Die Bucquoys ziehen ein

Nach dem Tod des letzten Rosenbergers Petr Vok im Jahr 1611 ging das Herrenhaus durch einen Erbvertrag in den Besitz von Johann Georg von Schwanberg über. Bis ins Jahr 1620 war dann Peter von Schwanberg der Herrscher über Nové Hrady.

Da er sich auf der Seite der Stände am Städteaufstand 1618 – 1620 beteiligt hatte, wurde sein Eigentum, einschließlich Hrad Nové Hrady, anschließend vom Kaiser beschlagnahmt. In der Folge übereignete Ferdinand II. im Jahr 1620 die Herrschaft Nové Hrady an seinen Feldherrn Charles Bonaventure de Longueval, Comte de Bucquoy, der die Burg zuvor erfolgreich belagert hatte. Karl Bonaventure wurde zwar kurze Zeit später bei der Belagerung von Neuhäusel erschossen, aber seine Familie nutzte das Anwesen für lange Zeit.

Die Buquoys ließen anstelle der Herrenhäuser eine komfortablere Residenz errichteten und zogen 1635 in das neue Domizil um.

Die Burg Nové Hrady diente lange nur noch wirtschaftlichen Zwecken. Zunächst waren herrschaftliche Beamte, dann die Forstverwaltung und ab Ende des 18. Jahrhunderts das Archiv und die Bibliothek der Familie Buquoy in der Burg untergebracht.

19. Jahrhundert: Hrad Nové Hrady verliert an Bedeutung

Anfang des 19. Jahrhunderts verlegten Sie ihren Sitz in das neue Empire-Schloss am Rande von Novy Hradek.

20.  Jahrhundert: Erneut ein Kiegsschauplatz

Ende des 2. Weltkriegs wählte die Rote Arme die Burg als Kommandozentrale. Während dieser Zeit wurden Teile des Archivbestands zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Buquoy-Anwesen beschlagnahmt und dem Staat übergeben. In den 1950er Jahren richtete man in einem Teil des Schlosses eine Ausstellung mit Exponaten der böhmischen Glaskunst ein. Der Rest der Burg diente weiterhin als Wohnung und später auch als Volkskunstschule und Kulturzentrum.
In den achtziger Jahren wurde die Burg umfassend rekonstruiert.

21. Jahrhundert: Als Denkmal in Staatseigentum

Eine neue Ausstellung kam im Jahr 2000 hinzu. Seit 2002 wird das Anwesen vom Institut für Denkmalpflege in České Budějovice verwaltet und kann im Rahmen von geführten Rundgängen besichtigt werden.