Zamek Nove Hrady

Zámek Nové Hrady

Auf der Suche nach Informationen über das Schloss Nové Hrady sind die verschiedenen Burgen und Schlösser mit identischem Namen mitunter verwirrend, da sie noch dazu alle in gleichnamigen Orten stehen. Aber das Rätsel lässt sich schnell lösen. Auf unserer Webseite beschäftigen wir uns mit Hrad und Zámek Nové Hrady, also Burg und Schloss im südböhmischen 373 33 Nové Hrady. Diese beiden Bauten im gotischen und im Empire-Stil gehörten vor der Überführung in Staatseigentum der Familie Bucquoy. Dagegen wurde ein weiteres Schloss mit dem Namen Nové Hrady im Auftrag des Grafen Johann Anton Joseph Harbuval-Chamaré im Rokoko-Stil errichtet. Es steht in 539 45 Nové Hrady in Ostböhmen und ist ebenfalls ein sehr interessantes Ausflugsziel.

Schloss Nové Hrady in Südböhmen

Für lange Zeit nutzten die Bucquoys das Alte Schloss bzw. die Nové Hrady als Wohnsitz. Doch die Familie wuchs und mit ihr die Ansprüche an Komfort und Modernität. Zwischen 1802 und 1806 ließen die Buquoys deshalb ein neues dreiflügeliges Schloss im Ort errichten. Die Anlage im Empirestil war sogar mit einem Theatersaal ausgestattet worden. Eine Besonderheit ist auch der Konferenzraum, der einem Generalfeldherrnzelt des Dreißigjährigen Krieges ähnelt. 1945 wurden die Grafen Bucquoy enteignet. Die gesamte Anlage befindet sich derzeit im Besitz der Akademie der Wissenschaften der Tschechiens. In Kooperation mit der Universität České Budějovice betreibt sie dort ein Forschungszentrum im Bereich der Biowissenschaften. Seit 1963 ist es ein geschütztes Kulturdenkmal. Informationen gibt es auf konferencnizamek.cz/?lang=en

Geschichte von Zamek Nové Hrady

Der Bau des dreiflügeligen Empire- Schlosss in der Nähe der Kreuzung am ehemaligen Oberen Tor wurde von Jan Nepomuk Buquoy (1741 – 1803) begonnen. Da er während der Bauzeit starb, setzten setzen seine Witwe, Gräfin Terezie, und sein Neffe Georg Franz August Buquoy den Bau fort. Jiří František August Buquoy (1781 – 1851 ) war dann auch der Erste aus der Familie, der dauerhaft hier lebte.

Der Rohbau des Schlosses wurde 1806 fertiggestellt. Die Inneneinrichtung wurde 1810 abgeschlossen. Die Pläne erstellte wahrscheinlich der Architekt Franz von Werschafeld. Für die Bauausführung waren die Bauherren Polfürst aus Prag, der Landvermesser Pauer und Karel Lutz verantwortlich.

Ab den 40er Jahren ließ der Sohn Georg Franz Augusts, Georg Johann Heinrich Buquoy, die Anlage modernisieren und erweitern. Er übernahm in diesem Jahrzehnt die meisten Verwaltungsaufgaben für das Schloss. Während der seit 1846 in Nové Hrady und Umgebung durchgeführten Bauarbeiten wurde die kleine Schlossbühne zu einem Schlosstheater für 320 Zuschauer ausgebaut und mit neuen Dekorationen geschmückt. Im Jahre 1848 wurde eine Schlosskapelle errichtet. Die steinerne Außentreppe und der Wintergarten kamen 1852 hinzu. Ein Jahrzehnt später wurde an der Gartenseite des Schlosses eine Treppe angebaut. Mehr zur Geschichte.

Räume und Einrichtung

Der Landsitz wurde in einem unprätentiösen Stil gestaltet, der sich in relativ einfachen Malereine, Tapeten und dominanten Sitzmöbeln ausdrückte. Die Innenräume sollten eher komfortabel und nicht protzig sein. Der Graf bevorzugte helle Farben – einen Gelbton gegenüber dem Außenputz, weiß gestrichene Fenster, weiße Tapeten und blaue Decken. Die Beliebtheit der Rokoko-Möbel in Nové Hrady, die durch die Aquarelle von Friedrich Ströbel und Josef Schütz belegt ist, hing wahrscheinlich mit der Verbindung der Buquoys an der französischen Kultur zusammen.

Im Erdgeschoss gab es eine moderne Küche und Dienstbotenwohnungen. Im ersten Stock wurden Gemeinschaftsräume- und Grafensuiten eingerichtet. Von den repräsentativen Räumen in dieser Etage ist der runde Blaue Salon sehr interessant. Dieser zweistöckige, hohe Raum, der mit weiß-blau gestreifter Leinwand bedeckt ist, soll einem Feldzelt aus der Zeit der größten militärischen Erfolge der Vorfahren, insbesondere Karel Bonaventure Buquoys, ähneln. Im gleichen Stockwerk befindet sich das Theater. Im zweiten Stock gab es mehrere Gästezimmer.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Anwesen beschlagnahmt und diente während des Bürgerkriegs in Griechenland ab 1946 für einige Jahre als Heim für griechische Kinder. Danach diente das Gelände als landwirtschaftliche Schule. Heute gehört das Schloss der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik und beherbergt das Institut für Nanobiologie und Strukturbiologie.

Das Schloss wurde geschickt in die natürliche Umgebung eingegliedert. Auf der Südseite erstreckt sich die so genannte Jánská-Wiese, die später durch einen Straßenbahn- und Busbahnhof geteilt wurde. Von der Nordfassade blickt man auf einen großen Schlosspark mit einem Teich. Im Schlosspark kann man heute spazieren gehen.

Von 2016 bis 2018 wurde das Schloss umfassend rekonstruiert. 2017 wurde auch das Schlosstheater restauriert, einschließlich der Wiederherstellung seiner ursprünglichen Funktion. Heute finden im Schloss neben der Forschungstätigkeit auch Konferenzen, Vorträge und Musikveranstaltungen statt. Man kann sowohl diverse Säle, das Theater als auch Unterkünfte mieten.

Neues Schloss Nové Hrady Herbert Frank from Wien (Vienna), AT – Nové Hrady, CC BY 2.0, Link